Versicherungsbetrug

Versicherungsbetrug als eine besondere Form des Betruges

 

Versicherungsbetrug
Bei Versicherungsbetrug im schweren Fall droht Knast.

Der Versicherungbetrug ist eine spezielle Form des Betruges gemäß § 263 StGB. Der Versicherungsnehmer oder ein Dritter beanspruchen in betrügerischer Absicht Versicherungsleistungen von einem Versicherungsunternehmen. Vom Versicherungsbetrug weden alle Tathandlungen erfasst, in der eine versicherte Sache beschädigt oder zerstört wird und sich als Missbrauch des Versicherungsschutzes darstellt. Die Tathandlung muss vorsätzlich begangen worden sein. Es handelt sich um ein geplantes Schadensereignis, das vorsätzlich und schuldhaft an einer versicherten Sache durchgeführt wird.

Die Tat ist mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bedroht. In besonders schweren Fällen beträgt die Freiheitsstrafe mindestens 6 Monate und bis zu 10 Jahren.

Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

  1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,
  2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen,
  3. eine andere Person in wirtschaftliche Not bringt,
  4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger oder Europäischer Amtsträger missbraucht oder
  5. einen Versicherungsfall vortäuscht, nachdem er oder ein anderer zu diesem Zweck eine Sache von bedeutendem Wert in Brand gesetzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört oder ein Schiff zum Sinken oder Stranden gebracht hat.

Die Mindeststrafe beträgt ein Jahr, wer als Mitglied einer Bande Betrugsstraftaten gewerbsmäßig begeht.

Der gestellte Verkehrsunfall

Der gestellte Verkehrsunfall ist mit Sicherheit die häufigste Variante des Versicherungsbetruges. Es sind meist fingierte oder provozierte Unfälle im öffentlichen Verkehr. Die Versicherungswirtschaft hat zum Erkennen solcher Unfälle Algorithmen entwickelt, um solchen Manipulationen auf die Spur zu kommen. Auffällig aus Sicht der Versicherung sind vor allem folgende Umstände:

  • Der Unfallwagen weist Vorschäden oder Schäden auf, die sich im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen nicht erklären lassen.
  • Das Unfallfahrzeug ist entweder ein altes Fahrzeug, das optisch noch gut aussieht oder es ist ein besonderes teures Fahrzeug mit hohem Schadenspotenzial, dass mehrfach schon in unverschuldete Unfälle verwickelt war.
  • Das Unfallgeschehen ist ein Klassiker mit eindeutiger Verschuldenslage (Vorfahrtsfehler, unachtsamer Spurwechsel, Streifen geparkter Autos).
  • Der Unfallgeschädigte lässt ein Schadensgutachten erstellen und verlangt auf dieser Grundlage die Regulierung des Schadens (fiktive Regulierung).
  • Der Unfallgeschädigte tritt routiniert, überzeugend und regelmäßig auf.
  • Es tauchen Zeugen auf, die mit Nachdruck auf das Verschulden des vermeintlichen Unfallverursachers hinweisen.