Fahrlässige Körperverletzung und Fahrlässige Tötung

Fahrlässige Körperverletzung und Fahrlässige Tötung

Leider kommt es bei Verkehrsunfällen nicht immer nur zu einem Sachschaden, sondern es werden häufig auch andere Verkehrsteilnehmer verletzt oder gar getötet. Die Folge ist, dass sich der Unfallverursacher mit dem Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung oder der fahrlässigen Tötung konfrontiert sieht.

Im Falle der Verurteilung drohen dem Unfallverursacher einschneidende Konsequenzen, wie eine Haft- oder Geldstrafe, der Führerscheinentzug bzw. ein Fahrverbot und mindestens drei Punkte im Fahreignungsregister.

Selbst leichteste Verletzungen eines anderen Unfallbeteiligten führen häufig erst einmal zum Einleiten eines Ermittlungsverfahrens wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Unfallverursacher.

Durch versiertes Agieren gelingt es jedoch dem Verteidiger meist die Einstellung des Verfahrens zu erreichen, mit dem Ergebnis, dass der Unfall dann nur noch mit einem Bußgeld geahndet wird.

Fahrlässige Körperverletzung

Die fahrlässige Körperverletzung ist im § 229 StGB unter Strafe gestellt:

„Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“.

Strafbar macht sich somit, wer die Körperverletzung einer anderen Person durch Fahrlässigkeit verursacht. Fahrlässig handelt hier, wer die im Straßenverkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.

Die fahrlässige Körperverletzung wird gemäß § 230 Abs. 1 StGB nur auf Strafantrag verfolgt, es sei denn, dass die Staatsanwaltschaft wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung von Amtswegen ein Einschreiten für geboten hält. Meist stellt jedoch schon der Verletzte einen Strafantrag, so dass sich die Frage nach dem besonderen öffentlichen Interesse der Strafverfolgungsbehörde nicht stellt.

Fahrlässige Tötung

Der Tatbestand der fahrlässigen Tötung gemäß § 222 StGB lautet:

„Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Kommt es aufgrund eines Verkehrsverstoßes zur Tötung eines Menschen, so ist im besonderen Maße zu prüfen, ob und in welchem Umfang der Beschuldigte die im Straßenverkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen hat und daher für den tödlichen Ausgang des Verkehrsunfall tatsächlich verantwortlich gemacht werden kann.

Bei diesen Vorwürfen ist ein hohes Strafmaß zu befürchten und die Strafverfolgung zögert nicht. Daher zögern auch Sie nicht und kontaktieren Sie einen Rechtsanwalt. Gerne stehe ich Ihnen zu Verfügung.


Vorsatz oder Fahrlässigkeit

Vorsatz oder Fahrlässigkeit

Die Frage nach Vorsatz oder Fahrlässigkeit bei Verkehrstraftaten bzw. Verkehrsordnungswidrigkeiten ist für jeden Verkehrsteilnehmer, dem ein Verstoß gegen die Regeln im Straßenverkehr vorgeworfen wird, in vielerlei Hinsicht von Bedeutung.

Derjenige der vorsätzlich gegen Verkehrsregeln verstößt, muss mit einer deutlich höheren Strafe und unangenehmeren Nebenfolgen (z.B. Fahrverbot) rechnen, als derjenige dem „nur“ fahrlässiges Handeln vorgeworfen wird.

In der Praxis gehen Polizei und Bußgeldstellen bei Verkehrsverstößen meist von Fahrlässigkeit aus. Wer nimmt schon einem anderen Kraftfahrer vorsätzlich die Vorfahrt und riskiert einen schweren Unfall? Das wird eher die Ausnahme sein.

Daher geht der Bußgeldkatalog bei den Verkehrsordnungswidrigkeiten grundsätzlich von Fahrlässigkeit aus. Liegt jedoch vorsätzliches Handeln dem Verkehrsverstoß zu Grunde, so sind weder Gericht noch Bußgeldstelle an die Höhe der im Bußgeldkatalog ausgewiesenen Geldbuße gebunden. Es drohen deutlich darüber liegende Strafen.

Die Grenze zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit ist in der Praxis oft schwierig voneinander abzugrenzen, was an einem Beispiel aufgezeigt werden soll:

Die meisten Strafrichter gehen bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 50 % der höchstzulässigen Geschwindigkeit in geschlossener Ortschaft von einem schwerwiegenden Indiz für ein vorsätzliches Handeln des Kraftfahrers aus. Kommen noch weitere Umstände hinzu, wie z.B. die eingeräumte große Eile des Fahrers, so droht eine Verurteilung wegen Vorsatz und dass obwohl ursprünglich im Bußgeldbescheid nur von fahrlässigem Handeln ausgegangen wurde.

Die Verurteilung wegen Vorsatz hat noch eine weitere, für den rechtsschutzversicherten Betroffenen bzw. Beschuldigten, unangenehme Folge. Wird man wegen vorsätzlichem Handeln letztendlich rechtskräftig verurteilt, riskiert man seinen Schutz in der Verkehrsrechtsschutzversicherung und muss die Verfahrenskosten selbst tragen.

Aus diesen und weiteren Gründen ist es eine entscheidende Aufgabe der Verteidigung, eine mögliche Verurteilung zu verhindern. Mit guten Argumenten des Verteidigers lässt sich eine Verurteilung wegen vorsätzlichem Handeln bei Verkehrsverstößen verhindern.