Illegale Autorennen waren bis Oktober 2017 eine Ordnungswidrigkeit

Nach § 29 (1) Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) a.F. stellten illegale Autorennen eine Ordnungswidrigkeit dar und wurden mit einem Bußgeld gehandet. Seit dem 13.10.2017 ist ein solches Verkehrsverhalten als Straftat im § 315d StGB geregelt.

Mit Einschränkungen kann jedoch auch die alte Rechsprechnung bei der Frage, ob der neue Tatbestand des Illlegalen Autorennens vorliegt, herangezogen werden:

Autorennen unterscheiden sich von sonstigen Veranstaltungen dadurch, dass sie auf die Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten mit Kraftfahrzeugen ausgerichtet sind. Zwar fallen unter Rennen im Sinne des § 29 Abs. 1 StVO – bei denen es sich um Veranstaltungen jeder Art handelt, wenn sie die Nutzung des Straßenverkehrs über die übliche verkehrsmäßige Bewegung hinaus im Sinne eines Wettkampfes bezwecken und zugleich dem Kriterium der Geschwindigkeit unterworfen sind – auch nicht organisierte, sogenannte „wilde“ Rennen, die zwei oder mehrere Kraftfahrer spontan durchführen (KG Beschlüsse vom 9. August 2010 – 3 Ws (B) 702/09 – und vom 9. Mai 2011 – 3 Ws (B) 233/11 -).

Zum Beispiel reicht allein ein schnelles Anfahren an Ampeln als Beleg für ein Autorennen nicht aus. Es muss nachvollziehbar sein, worauf eine Geschwindigkeitsschätzung eines Zeugen im konkreten Fall beruht. Dies könne zum Beispiel durch Ablesung der Geschwindigkeit auf einem Tachometer des nachfahrenden Fahrzeuges erfolgen. Vorliegend war dies unterblieben. Zwar wären auch Geschwindigkeitsschätzungen durch Dritte möglich. Bei solchen Schätzungen wäre aber Vorsicht geboten (KG vom 7.4.2017 – 3 Ws (B) 87/17).