Sachverständiger läßt sich nach einem Verkehrsunfall vom Geschädigten seine Sachverständigenkosten abtreten, um sie dann gegen die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers direkt geltend machen zu können.

Hierzu benutze der Sachverständige ein Formular, dass, wie der BGH entschieden hat, nicht wirksam ist.

„Tritt der Geschädigte nach einem Fahrzeugschaden seine Ansprüche aus dem Verkehrsunfall in Höhe der Gutachterkosten ab, ist die Abtretung mangels hinreichender Bestimmbarkeit unwirksam.“

Erfolgt eine Abtretung von Sachverständigenkosten durch den Geschädigten an den Sachverständigen, so ist sie nur dann wirksam, wenn sie hinreichend bestimmt oder bestimmbar ist. Dies ist regelmäßig dann nicht der Fall, wenn sämtliche Ansprüche aus einem Verkehrsunfall abgetreten werden und lediglich eine Beschränkung hinsichtlich des Umfanges der Abtretung in Höhe der Gutachterkosten erfolgt ist. Für eine wirksame Abtretungserklärung ist es daher erforderlich, in der Abtretungserklärung den Umfang der von der Abtretung erfassten Forderung der Höhe und der Reihenfolge nach aufzuschlüsseln (BGH vom 7.6.11-VI ZR 260/10-).

Liegt eine wirksame Abtretung vor und kürzt die Haftpflichtversicherung das Sachverständigenhonorar, bleibt der Geschädigte Schuldner des Restbetrages. In diesem Fall erwarten die Sachverständigen häufig vom Geschädigten etweder die Zahlung des restlichen offen Betrages oder die gerichtliche Geltendmachung. Im Falle jedoch einer Klageerhebung durch den Geschädigten fehlt diesem, bei einer wirksamen Abtretung der Sachverständigenkosten, die Legitimation. Dieses Probleme lässt sich auf unterschiedlichen Wegen lösen. Eine Möglichkeit ist die Rückabtretung oder die gewillkürte Prozeßstandschaft. Der Geschädigte ist insofern gut beraten rechtzeitig anwaltlichen Rat und Beistand einzuholen.